Interview mit Anna Heupel

Interview mit Anna Heupel

Entstehen deine Bilder hauptsächlich spontan oder hast du oft schon eine Vorstellung davon, wie es aussehen sollte?

Meistens, vor allem auf Reisen, sehe ich Locations und Licht und habe eine grobe Idee, wie das Bild aussehen soll, aber keine Planung bis ins Detail etc. Viele Bilder entstehen sehr spontan.

Von wo kommt deine Inspiration?
 
Überwiegend von Orten, Farben, Licht und der Natur. Viel, meiner Inspiration, vor allem was Portraits, Styling und Bildkomposition bei einem Shooting angeht, hole ich mir aber auch von Pinterst oder Instagram um eine grobe Idee zu haben.  

Was zeichnet, deiner Meinung nach, einen guten Fotografen aus?

Je nachdem in welchem Bereich man unterwegs ist verschiedene Dinge. Ich finde ein guter People Fotograf zum Beispiel zeichnet sich durch den Umgang mit Menschen aus. Wenn der Fotograf cool agiert und sich die Models vor seiner Kamera wohlfühlen und fallen lassen können, sieht man diese Leichtigkeit auch auf den Bildern und die Umsetzung und Kommunikation von Konzepten und Ideen wird ebenfalls einfacher. Ich glaube Fotografie ist, wie man als Mensch ist und wie man die Welt sieht. Ein guter Fotograf ist in meinen Augen jemand der es schafft durch seine Bilder wieder zugeben, wie er die Welt sieht und den Betrachter kurz mitnehmen zu können, in seine Wahrnehmung und Ideen.  
Die digitale Fotografie hat alles revolutioniert.

Wie stehst du zu dieser Entwicklung?
 
Ich finde die Entwicklung super cool. Ich habe mit der digitalen Fotografie richtig angefangen und liebe es. Die digitale Fotografie macht einiges einfacher und liefert eine unfassbar gute Bildqualität. Analoge Fotografie ist natürlich auch cool, aber für mich eher eine schöne Abwechslung zur normalen Fotografie.

Hast du lange suchen müssen bis du deine Leidenschaft entdeckt hast?
 
Nein. Bereits als Kind bin ich mit der Kamera meiner Eltern los gezogen und habe fotografiert. Fotografie war immer Bestandteil meines Lebens. Als ich dann eine Ausbildung machen musste, war mein Traum immer Fotografin zu werden. Allerdings war das zu dem Zeitpunkt nicht gerade easy einen passenden Ausbildungsplatz zu finden, deswegen habe ich erst einmal Industriekauffrau gelernt, war aber nie wirklich glücklich in dieser Zeit. Nach der Ausbildung, habe ich wieder angefangen zu knipsen, mir meine erste eigene Kamera gekauft und jede freie Minute in die Fotografie gesteckt. So bin ich da gelandet, wo ich jetzt bin und es fühlt sich mega erfüllend und vollkommen an

Was vermisst du am Meisten, wenn du auf Reisen bist?

Meinen Freund Timo, meine schöne Dachgeschoss-Wohnung, bouldern und meine Family.

Siehst du deinen Beruf als Arbeit?
Um ehrlich zu sein hat sich mittlerweile alles sehr vermischt und mein Aufgabenfeld hat sich weit über die Fotografie ausgebreitet. Fotografie an sich, also die Bilderstellung, ist für mich pure Entspannung. Bildbearbeitung zum Teil auch. Sobald es dann an Emails, Verhandlungen, Konzepte, Rechnungen, Buchhaltungskram, Steuer Blog, Instagram und Co geht, ist es für mich Büroarbeit. Natürlich ist das alles Arbeit, die mir Spaß macht. Man sollte allerdings das Ganze, was im Hintergrund abgeht, nicht unterschätzen. Kann schon mal gut stressig sein.

Gibt es ein Bild das dir besonders am Herzen liegt?

Um ehrlich zu sein liegen mir alle Bilder am Herzen, weil sie mich an den Moment erinnern. Aber besonders cool finde ich meine ersten Bilder von Polarlichtern vor 5 Jahren. Das war mein erster richtig krasser Herzenswunsch, den ich mir in Island erfüllen konnte und es war unfassbar krass, endlich die Lichter live sehen zu können.

Welches Land, in dem du noch nicht warst, willst du unbedingt noch erkunden?

Bora Bora ist für mich noch ein Traumziel, Alaska und Kanada auch.

Wie hast du deine Liebe zum Reisen mit deiner Flugangst vereinbaren können?

Das war nicht easy, glaubt mir. Mich hat damals die Flugangst extrem eingeschränkt und alles war dadurch sehr kompliziert. Da ich aber gemerkt habe, dass weglaufen oder sich drücken keine Option war, da ich extremes Verlangen nach neuen Orten und Reisen hatte (allein um neue Inspiration für doe Fotografie zu sammeln), war es irgendwann einfach unumgänglich mich aus meiner Komfortzone heraus zu begeben. Ich bin immer und immer und immer wieder geflogen und gereist, habe Ängste überwunden und bin dadurch immer weiter gewachsen.

Gelingt es dir die traumhaften Destinationen die du bereist hast auch privat zu geniessen?

Italien ist meine große Liebe und jedes Jahr bin ich mindestens einmal in Italien unterwegs. Meine Kamera ist immer mit dabei, aber in hier kann ich zwischen Faulenzen am Strand, Schwimmen, Pasta und Pizza am Besten runterkommen und einfach chillen, weil ich schon so oft da war und es sich nach Heimat anfühlt. Neue Orte inspirieren mich meistens so krass, dass ich die Kamera kaum weglegen kann. Aber trotzdem genieße ich jede Reise, vor allem die, mit meinem Freund und meiner Familie.